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Einweihung des Mahnmals auf dem Sankt-Vincenz-Kirchplatz

Mahnmal
Ansprache Bürgermeisterin
Kinder tragen etwas vor

Es war mehr als eine Einweihung. 

Es war für uns alle ein Moment, der tief ins Herz ging.

Auf dem St.-Vincenz-Kirchplatz wurde es still.

Eine Stille, in der wir alle spüren konnten, worum es wirklich geht:

um Menschen,

um Leben,

um Kinder.

 

WIR, Schülerinnen und Schüler des 4. Jahrgangs, von UNSERER Anne-Frank-Schule - eine Schule, die den Namen eines Kindes trägt, das selbst Opfer von Hass und Verfolgung wurde - standen dort am Mahnmal. 

UND genau deshalb berührte uns dieser  Moment so tief. 

Wir lasen laut und sehr deutlich alle Namen der 47 Sinti und Roma vor, die grausam ermordet wurden, die alle in ihren Familien hier in Menden als Bürger und Bürgerinnen gelebt haben.

Darunter 24 Kinder - 

die niemals mehr spielen durften, 

nicht mehr lachen durften, 

nicht mehr lernen durften, nicht mehr groß werden durften.

KINDER WIE WIR SELBST.

Nach jedem vorgelesen Namen legten wir für jedes ermordete Kind eine weiße Rose nieder. Für jeden ermordeten Erwachsenen eine rote Rose. Rose für Rose wuchs vor dem Mahnmal ein sichtbares Zeichen:

Gegen das Vergessen.

Für die Würde jedes einzelnen Menschen.

Es war für uns ein leises, bewegendes Tun - und ein Versprechen:

IHR SEID NICHT VERGESSEN.

 

Auch in unseren eigenen vorgetragenen Gedanken haben wir genau das mitgeteilt:

Dass IHRE Namen, IHRE Geschichten, IHR Schicksal einen Platz in unserer Stadt Menden haben.

Wir stehen hier an diesem besonderem Ort, hier in unserer Stadt Menden

und sind still.


 

Wir denken an die Menschen,

die nicht frei sein durften,

die grausam ermordet wurden.


 

Wir wünschen uns Freiheit

für alle Menschen.


 

Wir wünschen uns Respekt,

dass niemand ausgeschlossen wird.


 

Jeder Mensch ist unendlich wertvoll.

Jeder Mensch hat Würde.

Niemand darf sie ihm wegnehmen.


 

DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR!


 

Wir hoffen auf Versöhnung,

dass aus Streit wieder Frieden werden kann.

Wir lernen, dass Verzeihen schwer ist, aber wichtig.


 

DAMIT UNSERE WELT HELLER WIRD!


 

Wir merkten alle, dass die Menschen auf dem Kirchplatz unsere eigenen Gedanken verstanden und berührten. Wir sahen nachdenkliche und traurige Gesichter.

 

Wir erfuhren viel Anerkennung und das zeigt doch, wie wichtig solche Momente sind, die wir erlebt haben: für uns selbst, für unsere eigenen Familien, für unsere Anne-Frank-Schule und auch für die Menschen in unserer Stadt Menden.

HINSEHEN, GENAU HINSEHEN, GEMEINSAM HANDELN

 

DAMIT UNSERE WELT HELLER WIRD.