Ideale und Werte der Anne Frank
„Ich, Anne Frank, halte an meinen Idealen fest, weil ich trotz alledem immer noch glaube, dass Menschen im Herzen wirklich gut sind.“
Das ist der entscheidende Gedanke, mit dem sich die 4. Schuljahre an der Anne-Frank-Schule in ihrem Projekt über ihre Namensgeberin auseinandersetzen:
Welche Ideale hatte Anne Frank?
Welche Botschaft will sie den Schülerinnen und Schülern und uns allen auch heute nach 80 Jahren mitgeben?
Die 4. Schuljahre gehen auf die Suche und entdecken Spuren von Anne Frank, die seit der Gründung ihrer Schule von vielen Mitschülerinnen und Mitschülern und Eltern vor ihrer eigenen Schulzeit hinterlassen worden sind.
Sie entdecken Bilder von Anne Frank, von ihren Eltern, von ihrer Schwester, von ihren Freunden.
Sie erkennen Zeichen ihres jüdischen Glaubens.
Sie öffnen eine Schatztruhe, gefüllt mit Friedensbotschaften der Menschen, die sich vor ihrer Zeit mit Anne Franks Träumen, Ideen, Wünschen und Ängsten auseinandergesetzt haben.
Sie sehen auf einmal den großen, kräftigen, starken, weißen Kastanienbaum auf ihrem Schulhof mit anderen Augen; er wurde zu Anne Franks 80. Geburtstag gepflanzt und erinnert an Annes Kastanienbaum, den sie von einem Fenster aus auf dem Dachboden ihres Verstecks in Amsterdam sehen konnte. Der Anblick des Baumes erfüllte Anne mit Trost und Hoffnung.
Sie begegnen dem jüdischen Mädchen in ihrem Tagebuch. Sie erfahren von ihrem großen Wunsch, nach ihrer Befreiung von der grausamen Naziherrschaft eine Schriftstellerin zu werden.
Sie begegnen virtuell dem Zeitzeugen Carl-Heinz Kipper aus Iserlohn. Er beschreibt sehr persönlich sein Leben als jüdischer Junge während der 13jährigen Nazizeit. Carl-Heinz Kipper, der Zeitzeuge für Toleranz und Menschlichkeit berührt sehr, macht sehr nachdenklich und mündet in der Aussage einer Schülerin: „Das darf nie wieder passieren!“
Mit Hilfe der Oberstufenschülerinnen und der -schüler des Walburgisgymnasiums gewinnen sie auf einem Erkundungsgang durch Menden einen Einblick in das Leben der jüdischen Gemeinde vor der Machtübernahme von Adolf Hitler. Die Stolpersteine in der Stadt, der ehemalige Standort der jüdischen Synagoge und der Gedenkort für die ermordeten jüdischen Bürger aus Menden in der Hochstraße sind Zeugen für die Grausamkeiten während der Nazizeit.
Die Schülerinnen und Schüler der 4. Schuljahre zeigen ihre Wertschätzung gegenüber den verstorbenen Bürgern der Stadt, indem sie alle gemeinsam in Ruhe mit großem Respekt den jüdischen Friedhof am Schwitterweg von Laub befreien.
Gemeinsam werden Friedensbotschaften überlegt und symbolhaft auf ein Kastanienblatt geschrieben; alle diese Botschaften zeigen – im Sinne von Anne Frank – dass die Schülerinnen und Schüler die Hoffnung auf eine friedliche Welt niemals aufgeben werden. Diese Botschaften werden immer wieder an den Anne Frank Friedensbaum im Foyer der Schule angeheftet, gelesen und besprochen.
Zur Erinnerung an die Reichsprogromnacht in der Stadt Menden am 9.11.1938 werden – im Rahmen der Veranstaltung „Augen auf für Menden“ - ihre Friedensbotschaften laut und deutlich von einzelnen Schülern der Anne-Frank-Schule vorgelesen; diese Botschaften setzen ein überzeugendes Zeichen
für Demokratie
gegen Fremdenfeindlichkeit
gegen Rassismus
gegen Antisemitismus.
Ich schaue hin
Wir schauen gemeinsam hin und handeln
Wir schauen gemeinsam in diese bunte Welt
Augen auf heute morgen immer
Jeder du und ich wir sind unendlich wertvoll
Die Schülerinnen und Schüler lesen im 1. oder im 2.Halbjahr des 4. Schuljahres das Buch von Willi Fährmann „Der überaus starke Willibald“. Es beinhaltet einen Teil der deutschen Geschichte auf kindgerechte Art und Weise: den Nationalsozialismus. Die Hauptdarsteller in diesem Buch sind Mäuse, an deren Verhaltensweisen das Aufkommen des Nationalsozialismus beschrieben wird. Es ist durchaus auch ein lesenswertes Buch für Erwachsene und vor allem aber eine Aufforderung zu Menschlichkeit und freier Meinungsäußerung.






